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Satire

Es gibt Meldungen, die sind so kurios, dass man sie zunächst nicht glauben kann. Aber leider sind sie wahr. Zwei solcher Meldungen hat die Redaktion hier zusammengetragen und möchte sie Ihnen nicht vorenthalten. Eine

Meldung befasst sich mit einem Thema, das mit unserem gesundheitlichen Anliegen eigentlich nichts zu tun hat, die andere Meldung geht uns als Teilnehmer von Selbsthilfe-Gruppen direkt an.

Und weil es nicht gesund ist, sich zu ärgern, wurden Satiren daraus.


Meldung 1:     Grüner Pfeil in Ahrensburg

Meldung2:      Warum Selbsthilfe-Gruppen keinen Kaffetrinken sollten.


Ahrensburg: Erster grüner Pfeil für Abbieger

Ahrensburger Zeitung (Beilage zum Hamburger Abendblatt) v. 18. 6. 2002

Die Stadt Ahrensburg will erstmals an einer Ampel einen Grünen Pfeil für Rechtsabbieger anschrauben. Dafür wurde die Einmündung des Waldemar-Bonsels-Weg/Hamburger Straße/ Auffahrt zu McDonalds ausgesucht. Dann können Autofahrer vom Waldemar-Bonsels-Weg künftig auch bei Rot nach rechts auf die B 75 abbiegen, wenn es die Verkehrssituation erlaubt.
Die Premiere des neuen Verkehrszeichens nimmt die Stadt zum Anlass, auf damit verbundenen Verkehrsregeln hinzuweisen: Vor den grünen Pfeil muss zunächst gehalten werden. Fußgänger und Radfahrer, die die Straße überqueren, dürfen nicht behindert oder gar gefährdet werden. Ist die Straße frei, darf der Autofahrer langsam bis zur Sichtlinie vorfahren und abbiegen, wenn kein Fahrzeug von links kommt.
Volker Voß, Mitarbeiter der städtischen Verkehrsaufsicht, stellt allerdings klar, dass das Rechtsabbiegen bei Rot nur erlaubt ist, nicht aber vorgeschrieben. Es besteht also kein Zwang. Andere Autofahrer durch Hupen zum Abbiegen zu drängen, ist deshalb auch verboten.
Voß erinnerte daran, dass Verstöße gegen die vorgeschriebene Anhalte- und Sorgfaltspflicht keine Kavaliersdelikte sind. "Sie werden mit einem Bußgeld bis zu 100 Euro und drei Punkten im Flensburger Verkehrsregister geahndet", sagt der Rathaus-Mitarbeiter.
Die Stadt wird in nächster Zeit genau beobachten, ob sich die neue Regelung bewährt. "Wenn wir positive Erfahrungen machen, könnte der Grünpfeil später auch an anderen Kreuzungen installiert werden", sagte Voß. (wa)

Die Stadt Ahrensburg will erstmals an einer Ampel einen Grünen Pfeil für Rechtsabbieger anschrauben. Dafür wurde die Einmündugn des Waldemar-Bonsels-Weg/Hamburger Straße/ Auffahrt zu McDonalds ausgesucht. Dann können Autofahrer vom Waldemar-Bonsel-Weg künftig auch bei Rot nach rechts auf die B 75 abbiegen, wenn es die Verkehrssituation erlaubt.
Die Premiere des neuen Verkehrszeichens nimmt die Stadt zum Anlass, auf damit verbundenen Verkehrsregeln hinzuweisen: Vor den grünen Pfeil muss zunächst gehalten werden. Fußgänger und Radfahrer, die die Straße überqueren, dürfen nicht behindert oder gar gefährdet werden. Ist die Straße frei, darf der Autofahrer langsam bis zur Sichtlinie vorfahren und abbiegen, wenn kein Fahrzeug von links kommt.
Volker Voß, Mitarbeiter der städtischen Verkehrsaufsicht, stellt allerdings klar, dass das Rechtsabbiegen bei Rot nur erlaubt ist, nicht aber vorgeschrieben. Es besteht also kein Zwang. Andere Autofahrer durch Hupen zum Abbiegen zu drängen, ist deshalb auch verboten.
Voß erinnerte daran, dass Verstöße gegen die vorgeschriebene Anhalte- und Sorgfaltspflicht keine Kavaliersdelikte sind. "Sie werden mit einem Bußgeld bis zu 100 Euro und drei Punkten im Flensburger Verkehrsregister geahndet", sagt der Rathaus-Mitarbeiter.
Die Stadt wird in nächster Zeit genau beobachten, ob sich die neue Regelung bewährt. "Wenn wir positive Erfahrungen machen, könnte der Grünpfeil später auch an anderen Kreuzungen installiert werden", sagte Voß. (wa)

Liebe Stadt Ahrensburg,
                      herzlichen Glückwunsch!
Schon 12 Jahre nach der deutschen Einheit sind Sie so fortschrittlich, den "Grünen Pfeil" auszuprobieren. Sollte es Schwierigkeiten beim Verständnis dieser neuen Verkehrsregelung geben, wir finden für Sie gerne genügend "gelernte DDR-Bürger", die sich bestens damit auskennen.

Jörg Joachim Bernhardt


 

  Warum Selbsthilfe-Gruppen
  keinen Kaffee trinken sollten.



oder

Was ist schon förderungswürdig    
an einer Selbsthilfe-Gruppe
?    

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Es war einmal eine Selbsthilfe-Gruppe in Hagenow, die hatte, wie jedes Jahr, bei den verschiedenen Krankenkassen und auch bei der Stadt Hagenow seine Anträge auf Förderung der Selbsthilfe-Arbeit gestellt.
Gegenseitig Wärme und menschliches Verständnis innerhalb der Gruppe zu geben, ist bekanntlich sehr wichtig und verursacht zum Glück keine Kosten. Aber Referenten, Fahrten zu Veranstaltungen und viele Dinge mehr sind eben nicht umsonst zu haben.

Nun mag man denken, es ist ja für die Betroffenen selbst, also sollen die doch auch die Kosten tragen. Aber so einfach ist das nicht, wenn man krankheits-bedingt nicht arbeiten kann, vom Partner finanziell mitgetragen oder von der Sozialhilfe lebt.
Und außerdem, wenn man selbst Hilfe organisiert, brauchen Krankenkassen und Kommunen manches nicht aufzuwenden, was sonst vermutlich auf sie zukommen würde.

.Also bereitete die Gruppe wie jedes Jahr die Anträge vor. Mit Planungen, Kostenaufstellungen und dem selbst zu tragenden Eigenanteil - seitenweise Termine, Pläne und Zahlen. An die Kasse X, an den Kassenverband Y und auch an die Stadt Hagenow. So ganz ohne Arbeit kommt schließlich kein Geld. Von jeder dieser Stellen kamen bisher kleine Beträge, die zusammengenommen die Sachkosten, wenn auch nicht abdeckten, aber doch einen Schritt in diese Richtung waren. Kaffee war nicht gefordert ist aber der angenehmeren Atomsphäre wegen immer getrunken worden - auf eigene Kosten natürlich.

Doch das Kaffeetrinken war vermutlich der große Fehler, den diese Gruppe gemacht hat.    

Davon erfuhr die Gruppe auf einem höchst sonderbaren Weg. Die Vorsitzende des örtlichen Sozialausschusses, im Hauptberuf Ärztin, war etwas verwundert über den bei der Stadt gestellten Antrag. Man könne doch nicht für "Kaffeetrinken und so" Geld zur Verfügung stellen.
Nicht im Ausschuss äußerte sie dies, auch nicht gegenüber der Gruppe, nein in Ihrer Praxis gegenüber einer Patientin, die zufällig Mitglied der Gruppe ist.

Diese Vorgehensweise und diese Einschätzung von der Frau Vorsitzenden machte die Gruppe zunächst einmal sprachlos, dann wütend und dann aktiv.
So wurde ein Gespräch vereinbart, das der Stadtvertreter-Vorsitzende leitete. Die Dame war gekränkt, dass man ihr so auf die Füße trat, und auch das moderate Verhalten des Vorsitzenden vermochte keine rechte Einsicht bei ihr auszulösen.

Seither bewegt die Gruppe zwei Gedanken:

- Wie engagiert wird die Frau Vorsitzende in Zukunft Mittel für die Selbsthilfe-Arbeit befürworten?
  und

- Soll man jetzt allen anderen Gruppen raten, nie wieder Kaffee zu trinken, auch nicht auf eigene Kosten?


Etwas Gutes gibt es doch zu berichten: Die Stadt will in Zukunft die Richtlinien für die Förderung von Selbsthilfe-Arbeit und deren Formulare vereinfachen. Gefördert wird die Gruppe auch.

Und wennn sie sich nicht aufgelöst hat, so trinkt sie noch heute Kaffee.

Nach einer wahren Begebenheit frei erzählt von
Jörg Joachim Bernhardt . März 2002

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