im Landkreis Ludwigslust

Sie sind hier: >> Home >> Presse-Rückblick >> Tag des Ehrenamtes

Tag des Ehrenamtes 2001

Wenn Sie diesen Text in Ruhe lesen möchten, unterbrechen Sie die Internetverbindung jetzt. Der Text steht Ihnen auch "offline" zum Lesen oder Ausdrucken zur Verfügung.

Großer Bahnhof für die Helfer im Hintergrund

Regierungschef zeichnete 120 Ehrenamtliche aus

Es war der Tag der stillen Helfer im Hintergrund. 120 ehrenamtlich engagierte Mecklenburger und Vorpommern wurden am Sonnabend, dem 8. Dezember 2001 auf einer Festveranstaltung in Schwerin von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) ausgezeichnet.

"Es ist erstaunlich, was die ehrenamtlich Aktiven bei uns im Land gemeinsam bewegen und bewirken", sagte der Regierungschef. Tatsächlich reichte das uneigennützige Hilfsspektrum der geehrten Ehrenämtler von Feuerwehrleuten über Freizeit-Bürgermeister, Kleingärtner, Umweltschützer, Schöffen sowie Initiatoren von Kinder- und Kulturprojekten bis hin zu vielen caritativ Tätigen, sei es in der Senioren-, Kranken- oder Obdachlosenarbeit. Gerade wegen der Vorbildrolle müsste dieser "noch viel zu

oft unbemerkt und hinter den Kulissen" ablaufende Einsatz stärker ins Blickfeld der öffentlichkeit gerückt werden", sagte Ringstorff. Als Anreiz und Ermunterung verteilt die Landesregierung die aktualisierte Broschüre "Das Ehrenamt" mit einer Vielzahl von Anlaufadressen, Ansprechpartnern und Anregungen. "Denn", rief Ringstorff den Geehrten zu, "unser Land braucht noch viel mehr Menschen wie Sie."

Von Frank Ruhenkieck, mit freundlicher Genehmigung der SVZ

Die Rede des Ministerpräsidenten finden Sie hier.

Urkunde

Bild zum Vergrößern anklicken.

Im Rahmen dieser Veranstaltung überreichte Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff auch dem Redakteur dieser Homepage, Herrn Jörg Joachim Bernhardt eine "Ehrenurkunde als Dank und Anerkennung für ehrenamtliche Tätigkeit im Land Mecklenburg-Vorpommern".

Ueberreichung

Bild zum Vergrößern anklicken.

Fotos: Franziska Timme

Fotos zum Vergrößern bitte anklicken.

Fotos: J.J. Bernhardt

Im Rahmenprogramm spielte die Band "Line One's Pocket" moderne Arrangements und begleitete den mit viel Beifall bedachten Auftritt des "Kinder- und Jugendcircus "Ostsee 'O'lini" aus Stralsund. Die Mädchen boten eine artistische Show und Tanzvorführung, die von gekonnten tänzerischen Elementen bis hin zur Zweierpyramide auf dem Einrad mit Jongliereinagen mehr bot, als man so jungen Menschen zugetraut hätte. Dank ihrer Fähigkeit sich ästhetisch gekonnt zu bewegen und der helrvorragenden Kostüme bot diese Gruppe einen Augenschmaus, der die Gäste begeisterte.

Die Ehrengäste und ihre Begleitung wurden vorzüglich bewirtet und Ministerpräsident Ringstorff ließ es sich nicht nehmen auch noch an der anschließenden Kaffetafel teilzunehmen.

 

Ansprache des Ministerpräsidentenvon Mecklenburg-Vorpommern,
Dr. Harald Ringstorff,
zum Tag des Ehrenamtesin Schwerin am 8. Dezember 2001

Liebe Ehrengäste,
sehr geehrter Herr Minister Methling,
sehr geehrte Frau Staatssekretärin Staszak,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
nach diesem ungewöhnlichen musikalischen Ausstellungsbesuch heiße ich Sie hier inSchwerin herzlich willkommen! Für unser Rahmenprogramm haben wir heute dieMusiker und jungen Akrobaten des Projekts „ARTistICAL“ aus Stralsund gewonnen.Mit ihrer Verbindung von modernem und traditionellem Zirkus haben sie inzwischen über die Landesgrenzen hinaus auf sich aufmerksam gemacht. Lassen Sie sichüberraschen!

.Wer würde sich freiwillig auf eine Annonce bewerben, in der es heißt: „Gesucht wird jemand, der unendlich viel Zeit hat und zur Ausübung des Amtes möglichst noch vielGeld mitbringt. Er oder sie sollte Auto, Handy und – schön wär`s - auch nochRechtskenntnisse besitzen. Der oder die Gesuchte sollte vielseitig begabt sein undanpacken können, hauptsächlich nach Feierabend oder am Wochenende. Und dasser oder sie offen ist für Kritik und auf Dank keinen Wert legt, wird vorausgesetzt.“
Kommt Ihnen das bekannt vor?


Natürlich, meine Damen und Herren, denn Sie waren da, als Ihre Hilfe gebraucht wurde oder als es darum ging, sich für ein gemeinsames Anliegen stark zu machen.Sie haben „Ja“ gesagt, weil Sie davon überzeugt sind, dass jeder einzelne von unsdazu beitragen kann, unsere Gesellschaft ein Stück freundlicher und lebenswerter zumachen. Und plötzlich hatten Sie ein Ehrenamt. Und in dieser Woche auch einenEhrentag, denn am 5. Dezember war der internationale Tag des Ehrenamtes. Auch wir in Mecklenburg-Vorpommern haben 1999 die Tradition gegründet, zu diesem Anlass Menschen zu ehren und auszuzeichnen, die sich in besonderer Weiseehrenamtlich in unserem Land engagieren. Sie, meine Damen und Herren, sollenheute im Mittelpunkt stehen!


Auch beim Ehrenamt gilt: Tue Gutes und rede darüber. Denn es ist erstaunlich, was die ehrenamtlich Aktiven bei uns im Land gemeinsam bewegen und bewirken, welcheRolle sie in unserem Zusammenleben spielen. Aber noch viel zu oft spielen sie dieseRolle fast unbemerkt und hinter den Kulissen. Deshalb macht die LandesregierungWerbung für das Ehrenamt. Uns geht es darum, die Ehrenamtlichen ins Blickfeld derÖffentlichkeit zu rücken und ehrenamtlicher Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommernmehr Außenwirkung zu verschaffen. Ich halte dabei die öffentliche Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit nach wie vor für einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung und gesellschaftlichen Anerkennung des Ehrenamtes und all derer, die rund ums Jahr für Menschlichkeit und Miteinander in unserer Gesellschaft sorgen.


Außerdem setzen wir darauf, dass Vorbilder zum Nachahmen einladen und nochmehr Menschen zum Mitmachen ermuntern. Denn Mecklenburg-Vorpommern brauchtnoch viel mehr Menschen wie Sie.

Und wie kommen Interessierte zu „ihrem“ Ehrenamt?
Zum Beispiel durch die aktualisierte Broschüre der Landesregierung mit Informationen und Ansprechpartnern, Anregungen und Anlaufadressen. „Das Ehrenamt –zusammen aktiv in Mecklenburg-Vorpommern“, so lautet ihr Titel. Vom ersten Anrufbis zum Ehrenamt ist es dann meist nur noch ein Katzensprung. Nehmen Sie sichgerne ein paar Hefte mit und wenn Ihnen künftig jemand sagt: „Ich würde ja gerne...“
Drücken Sie ihm diese Broschüre in die Hand. Je nachdem, wo seine Neigungen und Begabungen liegen und wie viel Zeit er einbringen will, ich bin sicher, er findetbestimmt das Richtige.


Um Hemmschwellen abzubauen ist es auch wichtig, alte Zöpfe abzuschneiden, wie „einmal Ehrenamt - immer Ehrenamt“ und das Ehrenamt von der Vorstellung des„lebenslänglich“ und „aufopferungsvoll“ zu befreien. Genauso unterschiedlich wie dieAufgaben und die Bereiche, in denen sie tätig sind, sind die Menschen im Ehrenamt.
Sie engagieren sich in Krankenhäusern, in Sportvereinen, bei der Feuerwehr, für Kultur oder den Naturschutz, als ehrenamtliche Bürgermeister, als Schöffen oder alsSchülerlotsen. Viele legen sich schon seit Jahr und Tag ins Zeug und sind in ihremVerein, ihrem Verband, in ihrer Kommune oder im Land zu einer tragenden Säulegeworden. Andere wollen sich vielleicht nur zeitweise oder für ein bestimmtes Projektengagieren. Auch ihr Engagement ist wichtig und willkommen.

Allen, und vor allem Jugendlichen, soll klar werden: beim freiwilligen Engagement für die Gemeinschaft geht es nicht um eine freudlose, weltfremde Selbstaufopferung. Esgeht um die Möglichkeit, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen,Gemeinschaft zu erleben, stolz auf Erfolg zu sein und dabei durchaus Spaß undFreude zu haben! Gerade Sie, die heute hier sind, haben eine wichtigeVorbildfunktion, wenn es darum geht, noch mehr Jugendliche für ein Ehrenamt zu gewinnen. Und da können die jungen Mecklenburger und Vorpommern im Vergleichzu Ihren Altersgenossen in anderen Bundesländern noch kräftig zulegen.
Eine zentrale Aufgabe für uns alle liegt darin, Jugendlichen ein Gefühl für die Fundamente des menschlichen Miteinanders und Füreinanders zu vermitteln. Siedavon zu überzeugen ...
                                                                                                             
- dass Politikverdrossenheit keine Lösung ist, genauso wenig wie das Abgleiten in den politischen Extremismus;
- dass Politik, Verfassung, Gesetze und Verwaltung allein die Stabilität und vorallem die Lebendigkeit eines Gemeinwesens nicht gewährleisten können;
- dass Lebensfreude und Lebenssinn nicht nur aus Konsum, Spaß undUnterhaltung entstehen, sondern auch aus Hilfe und Einsatz für Andere!
                                                                                                                                                       
Es geht vor allem auch darum, positive gesellschaftliche Leitbilder zu prägen, zu vermitteln und zu verankern. Sich freiwillig und aus eigener Initiative für dieGemeinschaft zu engagieren, gehört unbedingt dazu. Hier sind nicht nur dieElternhäuser und die Schulen gefragt, sondern ebenso die Medien, Unternehmen undParteien. Wir haben es gemeinsam in der Hand, in welche Richtung sich unsereGesellschaft weiterentwickelt. Deshalb brauchen wir Bürgerinnen und Bürger, die sich als verantwortlicher Teil der Gesellschaft verstehen, die mitdenken, mitreden,mithelfen und mitgestalten wollen. In einer zukunftsfähigen Gesellschaft spieltbürgerschaftliches Engagement für mich eine zentrale Rolle.

Doch bürgerschaftliches Engagement entbindet den Staat keinesfalls von seiner Verantwortung, auch weiterhin alles daran zu setzen, die wirtschaftlichen undgesellschaftlichen Verhältnisse gerecht zu gestalten und soziale Schieflagen nachbesten Kräften zu korrigieren. Vor allem im Osten ist die Sensibilität groß beimVersuch, bürgerschaftliches Engagement als Lückenbüßer zu nutzen. Ehrenamtliche Leistungen sollen sozialstaatliche Leistungen ergänzen, nicht ersetzen.Der Staat allein kann und soll nicht alles machen, vor allem kann er es nicht in jedem Fall besser oder am besten machen. Aus diesem Grund muss der Staat Bürgerinnenund Bürger, die sich engagieren wollen, ermuntern, fördern und unterstützen. Einiges,was Ehrenamtliche seit langem gefordert haben, ist in diesem Jahr der Freiwilligen2001 umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden. Zum Beispiel imFreistellungsgesetz, im Job-Aqtiv-Gesetz, im Steuerrecht, bei der Novellierung des Spendenrechts und des Stiftungsrechts. Auch die Arbeit der Enquetekommission desBundestages zur Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements zeigt: Es tut sich wasbeim Ehrenamt. Und diesen Schwung wollen wir auch weiter nutzen.

Eine lebendige Gesellschaft braucht aktive Bürger. Wer sich engagiert, hat nicht nurdie Gelegenheit zur Gestaltung und Einflussnahme. Wer etwas für das Gemeinwohlund für andere tut - da werden Sie, meine Damen und Herren, mir sicher zustimmen –trägt auch zur eigenen Lebensfreude bei. Wer gibt, bekommt in der Regel mehrfachzurück. Er wird belohnt durch den Erfolg der Sache, für die er sich einsetzt, durch dieFreude derer, denen er helfen kann. Gibt es einen besseren Grund, „Ja“ zum
Ehrenamt zu sagen?

Heute habe ich Gelegenheit, nicht nur Ihnen, den Ehrenamtlichen, zu danken, sondern auch Ihren Angehörigen und Freunden, die Sie zum Teil begleitet haben. Siehalten Ihnen den Rücken frei, teilen Ihre Freuden oder Sorgen, bestärken undunterstützen Sie. Dafür danke ich Ihnen allen ganz herzlich.
Ich freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam einen schönen Nachmittag zu verbringen!