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"Es
ist erstaunlich, was die ehrenamtlich Aktiven bei uns im Land gemeinsam
bewegen und bewirken", sagte der Regierungschef. Tatsächlich
reichte das uneigennützige Hilfsspektrum der geehrten
Ehrenämtler von Feuerwehrleuten über
Freizeit-Bürgermeister, Kleingärtner,
Umweltschützer, Schöffen sowie Initiatoren von
Kinder- und Kulturprojekten bis hin zu vielen caritativ
Tätigen, sei es in der Senioren-, Kranken- oder
Obdachlosenarbeit. Gerade wegen der Vorbildrolle müsste dieser
"noch viel zu
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oft unbemerkt und hinter den Kulissen" ablaufende Einsatz
stärker ins Blickfeld der öffentlichkeit
gerückt werden", sagte Ringstorff. Als Anreiz und Ermunterung
verteilt die Landesregierung die aktualisierte Broschüre "Das
Ehrenamt" mit einer Vielzahl von Anlaufadressen, Ansprechpartnern und
Anregungen. "Denn", rief Ringstorff den Geehrten zu, "unser Land
braucht noch viel mehr Menschen wie Sie."
Von
Frank Ruhenkieck, mit freundlicher Genehmigung der SVZ
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.Wer
würde sich freiwillig auf eine Annonce bewerben, in der es
heißt: „Gesucht wird jemand, der unendlich viel
Zeit hat und zur Ausübung des Amtes möglichst noch
vielGeld mitbringt. Er oder sie sollte Auto, Handy und –
schön wär`s - auch nochRechtskenntnisse besitzen. Der
oder die Gesuchte sollte vielseitig begabt sein undanpacken
können, hauptsächlich nach Feierabend oder am
Wochenende. Und dasser oder sie offen ist für Kritik und auf
Dank keinen Wert legt, wird vorausgesetzt.“
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Natürlich, meine Damen und Herren, denn Sie waren da, als Ihre
Hilfe gebraucht wurde oder als es darum ging, sich für ein
gemeinsames Anliegen stark zu machen.Sie haben „Ja“
gesagt, weil Sie davon überzeugt sind, dass jeder einzelne von
unsdazu beitragen kann, unsere Gesellschaft ein Stück
freundlicher und lebenswerter zumachen. Und plötzlich hatten
Sie ein Ehrenamt. Und in dieser Woche auch einenEhrentag, denn am 5.
Dezember war der internationale Tag des Ehrenamtes. Auch wir in
Mecklenburg-Vorpommern haben 1999 die Tradition gegründet, zu
diesem Anlass Menschen zu ehren und auszuzeichnen, die sich in
besonderer Weiseehrenamtlich in unserem Land engagieren. Sie, meine
Damen und Herren, sollenheute im Mittelpunkt stehen!
Auch beim Ehrenamt gilt: Tue Gutes und rede darüber. Denn es
ist erstaunlich, was die ehrenamtlich Aktiven bei uns im Land gemeinsam
bewegen und bewirken, welcheRolle sie in unserem Zusammenleben spielen.
Aber noch viel zu oft spielen sie dieseRolle fast unbemerkt und hinter
den Kulissen. Deshalb macht die LandesregierungWerbung für das
Ehrenamt. Uns geht es darum, die Ehrenamtlichen ins Blickfeld
derÖffentlichkeit zu rücken und ehrenamtlicher
Tätigkeit in Mecklenburg-Vorpommernmehr Außenwirkung
zu verschaffen. Ich halte dabei die öffentliche
Würdigung ehrenamtlicher Tätigkeit nach wie vor
für einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung und
gesellschaftlichen Anerkennung des Ehrenamtes und all derer, die rund
ums Jahr für Menschlichkeit und Miteinander in unserer
Gesellschaft sorgen.
Außerdem setzen wir darauf, dass Vorbilder zum Nachahmen
einladen und nochmehr Menschen zum Mitmachen ermuntern. Denn
Mecklenburg-Vorpommern brauchtnoch viel mehr Menschen wie Sie.
Und
wie kommen Interessierte zu „ihrem“ Ehrenamt?
Zum Beispiel durch die aktualisierte Broschüre der
Landesregierung mit Informationen und Ansprechpartnern, Anregungen und
Anlaufadressen. „Das Ehrenamt –zusammen aktiv in
Mecklenburg-Vorpommern“, so lautet ihr Titel. Vom ersten
Anrufbis zum Ehrenamt ist es dann meist nur noch ein Katzensprung.
Nehmen Sie sichgerne ein paar Hefte mit und wenn Ihnen künftig
jemand sagt: „Ich würde ja gerne...“
Drücken Sie ihm diese Broschüre in die Hand. Je
nachdem, wo seine Neigungen und Begabungen liegen und wie viel Zeit er
einbringen will, ich bin sicher, er findetbestimmt das Richtige.
Um Hemmschwellen abzubauen ist es auch wichtig, alte Zöpfe
abzuschneiden, wie „einmal Ehrenamt - immer
Ehrenamt“ und das Ehrenamt von der Vorstellung
des„lebenslänglich“ und
„aufopferungsvoll“ zu befreien. Genauso
unterschiedlich wie dieAufgaben und die Bereiche, in denen sie
tätig sind, sind die Menschen im Ehrenamt.
Sie engagieren sich in Krankenhäusern, in Sportvereinen, bei
der Feuerwehr, für Kultur oder den Naturschutz, als
ehrenamtliche Bürgermeister, als Schöffen oder
alsSchülerlotsen. Viele legen sich schon seit Jahr und Tag ins
Zeug und sind in ihremVerein, ihrem Verband, in ihrer Kommune oder im
Land zu einer tragenden Säulegeworden. Andere wollen sich
vielleicht nur zeitweise oder für ein bestimmtes
Projektengagieren. Auch ihr Engagement ist wichtig und willkommen.
Allen, und vor allem Jugendlichen, soll klar
werden: beim freiwilligen Engagement für die Gemeinschaft geht
es nicht um eine freudlose, weltfremde Selbstaufopferung. Esgeht um die
Möglichkeit, sich einzubringen, Verantwortung zu
übernehmen,Gemeinschaft zu erleben, stolz auf Erfolg zu sein
und dabei durchaus Spaß undFreude zu haben! Gerade Sie, die
heute hier sind, haben eine wichtigeVorbildfunktion, wenn es darum
geht, noch mehr Jugendliche für ein Ehrenamt zu gewinnen. Und
da können die jungen Mecklenburger und Vorpommern im
Vergleichzu Ihren Altersgenossen in anderen Bundesländern noch
kräftig zulegen.
Eine zentrale Aufgabe für uns alle liegt darin, Jugendlichen
ein Gefühl für die Fundamente des menschlichen
Miteinanders und Füreinanders zu vermitteln. Siedavon zu
überzeugen ...
- dass Politikverdrossenheit keine Lösung
ist, genauso wenig wie das Abgleiten in den politischen Extremismus;
- dass Politik, Verfassung, Gesetze und Verwaltung allein die
Stabilität und vorallem die Lebendigkeit eines Gemeinwesens
nicht gewährleisten können;
- dass Lebensfreude und Lebenssinn nicht nur aus Konsum, Spaß
undUnterhaltung entstehen, sondern auch aus Hilfe und Einsatz
für Andere!
Es geht vor allem auch darum, positive gesellschaftliche Leitbilder zu
prägen, zu vermitteln und zu verankern. Sich freiwillig und
aus eigener Initiative für dieGemeinschaft zu engagieren,
gehört unbedingt dazu. Hier sind nicht nur
dieElternhäuser und die Schulen gefragt, sondern ebenso die
Medien, Unternehmen undParteien. Wir haben es gemeinsam in der Hand, in
welche Richtung sich unsereGesellschaft weiterentwickelt. Deshalb
brauchen wir Bürgerinnen und Bürger, die sich als
verantwortlicher Teil der Gesellschaft verstehen, die mitdenken,
mitreden,mithelfen und mitgestalten wollen. In einer
zukunftsfähigen Gesellschaft spieltbürgerschaftliches
Engagement für mich eine zentrale Rolle.
Doch bürgerschaftliches Engagement
entbindet den Staat keinesfalls von seiner Verantwortung, auch
weiterhin alles daran zu setzen, die wirtschaftlichen
undgesellschaftlichen Verhältnisse gerecht zu gestalten und
soziale Schieflagen nachbesten Kräften zu korrigieren. Vor
allem im Osten ist die Sensibilität groß
beimVersuch, bürgerschaftliches Engagement als
Lückenbüßer zu nutzen. Ehrenamtliche
Leistungen sollen sozialstaatliche Leistungen ergänzen, nicht
ersetzen.Der Staat allein kann und soll nicht alles machen, vor allem
kann er es nicht in jedem Fall besser oder am besten machen. Aus diesem
Grund muss der Staat Bürgerinnenund Bürger, die sich
engagieren wollen, ermuntern, fördern und
unterstützen. Einiges,was Ehrenamtliche seit langem gefordert
haben, ist in diesem Jahr der Freiwilligen2001 umgesetzt oder auf den
Weg gebracht worden. Zum Beispiel imFreistellungsgesetz, im
Job-Aqtiv-Gesetz, im Steuerrecht, bei der Novellierung des
Spendenrechts und des Stiftungsrechts. Auch die Arbeit der
Enquetekommission desBundestages zur Zukunft des
bürgerschaftlichen Engagements zeigt: Es tut sich wasbeim
Ehrenamt. Und diesen Schwung wollen wir auch weiter nutzen.
Eine lebendige Gesellschaft braucht aktive
Bürger. Wer sich engagiert, hat nicht nurdie Gelegenheit zur
Gestaltung und Einflussnahme. Wer etwas für das Gemeinwohlund
für andere tut - da werden Sie, meine Damen und Herren, mir
sicher zustimmen –trägt auch zur eigenen
Lebensfreude bei. Wer gibt, bekommt in der Regel
mehrfachzurück. Er wird belohnt durch den Erfolg der Sache,
für die er sich einsetzt, durch dieFreude derer, denen er
helfen kann. Gibt es einen besseren Grund, „Ja“ zum
Ehrenamt zu sagen?
Heute habe ich Gelegenheit, nicht nur Ihnen, den
Ehrenamtlichen, zu danken, sondern auch Ihren Angehörigen und
Freunden, die Sie zum Teil begleitet haben. Siehalten Ihnen den
Rücken frei, teilen Ihre Freuden oder Sorgen,
bestärken undunterstützen Sie. Dafür danke
ich Ihnen allen ganz herzlich.
Ich freue mich darauf, mit Ihnen gemeinsam einen schönen
Nachmittag zu verbringen!
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